Am 17.12.2017 war es soweit, ein kulturelles Großereignis fand in Hoogstede statt.

Die Wanderung, vor allen Dingen in Holland bekannt, startete in der Zerit von 10.00 bis 14.00 Uhr auf dem Hof Weuste. Wer sich vor der Wanderung noch etwas stärken wollte, fand im Zelt auf dem Hof Weuste Kaffee und Kuchen, Bratwurst und gegen Abend noch Stockfisch. Die Wanderung lockte bei sehr schönem Winterwetter ca. 4.000 Besucher bei gutem Wetter an.

An der Strecke, die je nach Wahl 3, 6 oder 11 km lang, standen in regelmäßigen Abständen Middewinterhornbläser aus verschiedenen deutschen und holländischen Gemeinden, die nach einem bestimmten Schema ihr Horn ertönen ließen.

 

Das Bild zeigt von links: Jürgen Breukelmann, Hermann Breukelmann, Gerrit-Jan Klomparens, Gerrit Meilink, Arnold Hilbrink, Jürgen Ellen, Siegbert Kieft und Jan-Hindrik Teunis.

 

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Der Ursprung des Middewinterhornblasens liegt über 3000 Jahre zurück. Die Entstehungsstätte ist das Mittwinterfest der Germanen. Grundlage war deren Zeitberechnung. Unter anderem gab es bei deren Berechnung eine Zwischenzeit vom 21. Dezember bis zum 1. Januar. Diese Zwischenzeit nannte man auch die tote oder stille Zeit. An diesen Tagen durfte nicht gearbeitet werden. Die Menschen sollten sich besinnen und im Kreise ihrer Familien die Wiederkehr des Lichts feiern. Dieses Fest war bei den Germanen das Mittwinterfest oder auch das Julfest. Zum Mittwinterfest gehörte auch das Blasen mit Hörnern. Der damit verbundene germanische, heidnische Brauch hatte folgende Bedeutung:

Die Ankündigung des neuen Jahres, des neuen Lichtes und des neuen Lebens; -- das Vertreiben der bösen Geister; -- die Bitte um eine gute Ernte im Stall und auf dem Felde; -- die Bitte um Bewahrung vor Feuer und Not; -- die Benachrichtigung von Hof zu Hof, bei Gefahr oder wenn Hilfe gebraucht wurde.

Die heutige Bedeutung: Das Middewinterhornblasen soll an die Mittwinterzeit der Germanen erinnern. Durch die Christianisierung wurde der germanische Brauch unserer heutigen Religion, dem Christentum, angepasst. Der heidnische Sinn "das Vertreiben der bösen Geister" ist ersetzt worden durch die Andkündigung der Geburt Jesus von Nazareth und die von den Engeln verkündete Gottesbotschaft: "Friede auf Erden"

Auch der Zeitraum des Middewinterhornblasens hat sich geändert. Er beginnt in jedem Jahr am 1. Advent und endet im Folgejahr am 6. Januar.                                               

Die Middewinterhörner werden aus einem Weichholzstamm - Birke, Esche, Erle oder Weide - hergestellt. Kleine Baumstämme in natürlich gekrümmten Formen und einer Mindestlänge von 1,50 Meter sind dazu erforderlich. Ein wichtiges Teil des Middewinterhorns ist das Mundstück. Es besteht aus einem etwa 2 bis 4 cm dicken Holunderholz. Der innere weiche Kern wird entfernt.                

Das Middewinterhorn ist weit zu hören. Im Winter, bei frostigem Wetter, ist der Ruf bis 10 Km weit zu hören. Die alte Tradition des Middewinterhornblasens wird besonders im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden in den Räumen Grafschaft Bentheim und Twente gepflegt.         

Wir freuen uns, dass wir in unserem Heimatverein eine solche Gruppe haben, die durch ihre Aktivitäten diesen Brauch aufrecht erhält. Zu Beginn dieser Zeit treffen sich die Middewinterhornbläser aus Denekamp, Ootmarsum, Gildehaus, Neuenhaus und Wilsum auch in unserem Dorf -wie auch in allen anderen Orten - zu einem Sternmnarsch und spielen dann an verschiedenen Stellen innerhalb Hoogstedes. Die Teilnehmer, die zu Beginn der Abendstunden spielen, freuen sich, wenn die Bürgerinnn und Bürger kurz Kontakt aufnehmen und einen kleinen Schluck gegen die Kälte anbieten. Danach sind sie Gäste unseres Heimatsvereins und treffen sich dann auf dem Hof Weuste in Hoogstede an der Vechte. Es ist schön zu hören, dass die sie gerne nach Hoogstede kommen. Unterstützen wir alle diesen Brauch, in dem wir den Middewinterhornbläsern Aufmerksamkeit schenken.